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Männer können immer und wollen immer. Männer denken ständig an Sex. Frauen wollen Liebe, Männer wollen Sex. Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. Haben wir alles schon mal gehört, kennen wir alles. Ganz so einfach ist es aber nicht…

Ja, es stimmt, Männer wollen Sex. Aber Frauen auch! Und Männer sind sexuell nicht so unersättlich, unverwüstlich und allzeit bereit, wie es manchmal scheint und wie sie vor allem oft auch selber denken, sein zu müssen. Unsere Leistungsgesellschaft (und nicht zuletzt die Pornoindustrie) hat dieses Bild geprägt und den Orgasmus zum Maß aller Dinge erklärt. Ewig und immer potente Männer, die in jeder Situation, unter allen Umständen immer und mehrmals hintereinander können.

Das setzt so manchen Mann unter Druck. Und unter Druck funktionieren auch Männer nicht. Das führt dazu, dass nicht nur Frauen Orgasmen vortäuschen, sondern auch Männer. Umfragen zufolge sogar jeder Dritte.

Jetzt fragt man sich: Geht das denn bei Männern überhaupt? Einen Orgasmus vortäuschen? Ja! Allein schon deshalb, weil Frauen nicht damit rechnen und den Orgasmus ihres Partners bei den richtigen Geräuschen und Bewegungen gar nicht in Frage stellen. Was wir nicht erwarten, nehmen wir auch nicht wahr. Und welche Frau kontrolliert schon, ob tatsächlich Sperma in sie hinein geflossen ist? Nebenbei bemerkt können Männer auch einen Höhepunkt erleben, ohne dabei zu ejakulieren.

Warum Männer das machen? Weil es schwer fällt, zuzugeben, dass man plötzlich keine Lust mehr hat. Oder weil man vor lauter Müdigkeit und Stress, einfach nicht kommen kann. Aber gerade dann kreist er plötzlich wieder durch den Kopf, jener Satz, der so verunsichert: Männer kommen doch immer! Es ist die Angst, sich zu blamieren, als Versager dazustehen und die Frau zu verlieren. Frauen neigen nämlich gern dazu, das Ausbleiben seines Orgasmus als Indiz dafür zu nehmen, dass der Partner sie nicht mehr attraktiv genug findet. Also gehen Männer der Angelegenheit lieber durch Täuschung aus dem Weg. Irgendwie verständlich…

Was hilft? Reden heißt mal wieder die Devise. Nur wenn Ihr wisst, was Euch bewegt, könnt Ihr aufeinander eingehen. Offenheit ist ganz wichtig, um über Ängste zu reden und Verständnis füreinander zu entwickeln. Das gilt für beide Partner.

Wenn Du merkst, dass sich Dein Partner Druck macht, sorge für ein bisschen Auflockerung. Nimm ihn zum Beispiel mit auf eine kleine Entdeckungstour und erkunde seine erogenen Zonen? Wetten, dass er sich ganz schnell entspannt?

 

Und hier noch 9 Fakten über den männlichen Orgasmus

  1. Die Dauer des Orgasmus beim Mann ist in der Regel deutlich kürzer als bei einer Frau. Ein Höhepunkt dauert beim Mann zwischen 3 und 12 Sekunden, bei Frauen dagegen bis zu einer halben Minute. Während einer amerikanischen Laborstudie von 1966 erstellte eine Frau sogar einen neuen Rekord mit einem 43 Sekunden langen Orgasmus.
  2. Der Orgasmus dauert bei Frauen in der Regel zwar länger, dafür brauchen sie im Schnitt aber auch länger, um zum Orgasmus zu kommen. Beim Mann geht das relativ schnell: Die Urologische Klinik der Universität Köln hat festgestellt, dass der Orgasmus beim Mann durchschnittlich nach zwei bis drei Minuten eintritt.
  3. Männer brauchen nach dem Sex oftmals eine längere Erholungsphase, Frauen können dagegen mehrere Orgasmen direkt hintereinander erleben. So heißt es zumindest häufig, das stimmt aber nicht! Die Sexualforscher William Hartman und Marilyn Fithian haben in einer Studie herausgefunden, dass auch Männer mehrfache Orgasmen erleben können. In dieser Studie hat es ein Teilnehmer auf 126 Orgasmen in 60 Minuten gebracht, eine Teilnehmerin sogar zu 163 Orgasmen – übrigens dieselbe Frau, die einen 43 Sekunden andauernden Orgasmus hatte. Leider ist nicht bekannt, wie sie das hinbekommen haben.
  4. Laut einer Studie des Unternehmens ‚Durex‘ von 2016 gibt fast jeder zweite Deutsche (nämlich 47 Prozent) an, beim Sex immer zum Orgasmus zu kommen. Davon sind jedoch 61 Prozent Männer und nur 27 Prozent Frauen. Es gibt also nicht nur den „Gender Pay Gap“, die Lücke, die die Diskrepanzen bezüglich der Gehälter von Mann und Frau betrifft, es gibt offenbar auch eine „Gender Orgasm Gap“.
  5. Der amerikanische Neurowissenschaftler Barry Komisaruk von der Rutgers Universität in New Jersey hat die Wirkung des Orgasmus auf das Gehirn erforscht. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass ein Orgasmus ein echtes Workout für das Gehirn sein kann. Bei einem klassischen Gehirntraining werden nur bestimmte Regionen aktiviert, bei einem Orgasmus konnte jedoch beobachtet werden, wie die Durchblutung im ganzen Gehirn stark gesteigert wird. So bleiben wir mental fit.
  6. Nicht nur Frauen können einen Orgasmus vortäuschen. Das ‚Journal of Sex Research‘ veröffentlichte eine Studie, der zufolge jeder vierte Mann schon mindestens ein Mal einen Orgasmus vorgetäuscht hat. Den Samenerguss kann man(n) zwar nicht vortäuschen, aber es gibt auch Männer, die beim Orgasmus nicht ejakulieren. Sie haben dann einen trockenen Orgasmus, bei dem das Sperma in die Blase gelangt und dann mit dem Urin ausgeschieden wird.
  7. Sperma wird ja so einiges nachgesagt. Vom Proteinlieferanten bis zum Jungbrunnen haben wir wohl schon alles gehört – ob es nun tatsächlich stimmt oder nicht, ist jedoch fraglich. Das Sperma eine antidepressive Wirkung aufweist, ist jedoch den wenigsten bekannt. Dabei ist da sogar etwas dran!

    Forscher der State University of New York haben in einer Studie mit 293 Probandinnen festgestellt, dass die Frauen, die mit Kondom verhüteten und somit kein Sperma in ihrem Körper aufnahmen, häufiger an Depressionen litten. Grund dafür könnten die im Ejakulat enthaltenen Hormone sein, die vom Unterleib der Frau in den Blutkreislauf gelangen.

  8. Nach dem Orgasmus schüttet der Körper das Hormon Prolaktin aus. Dies führt zum Gefühl der Befriedigung und der Verbundenheit zum Partner. Also eigentlich etwas sehr schönes. Beim Mann hat es jedoch zusätzlich auch die Wirkung eines Schlafmittels.

    Zählt man alle Orgasmen eines Mannes zusammen, verbringt er durchschnittlich 9 Stunden und 20 Minuten seines Lebens im koitalen Rauschzustand – Masturbation nicht mitgerechnet. Das sagt zumindest der amerikanische Psychiater Michael McGuire. Dafür hat er allerdings mit einer Orgasmusdauer von 12 Sekunden gerechnet.

  9. Nahezu jede Frau hat bereits zahlreiche Male vom G-Punkt der Frau gehört oder gelesen. Mit dem G-Punkt beim Mann setzen sich jedoch die wenigsten auseinander. Der Grund dafür dürfte sein, dass der G-Punkt beim Mann die Prostata ist und die lässt sich direkt nur über den Anus erreichen. Die Prostata liegt nämlich unterhalb der Blase und grenzt an den Enddarm. Viele Männer schrecken also erst einmal zurück, wenn sie davon hören. Doch durch das Ausüben von Druck auf den Bereich zwischen Penis und Hoden kann die Prostata auch indirekt von außen stimuliert werden. Die Prostatamassage soll zu einem besonders intensiven Orgasmus beim Mann führen.

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