shutterstock_153285281Ein neuer Mann im Bett und schon geht’s los, es juckt und brennt: Eine Scheidenpilz-Infektion ist da. Am liebsten will man Reißaus nehmen. Oder rätselt, wo der Partner sich den Kram eingesammelt haben könnte.

Die gute Nachricht zuerst: Scheidenpilz-Infektionen sind keine Geschlechtskrankheit!

Aber woher kommen sie dann? Und wie kann man sie vermeiden? Scheidenpilz-Infektionen sind weit verbreitet und so haben über zwei Drittel aller Frauen mindestens einmal im Leben eine solche Infektion. Nichts Ungewöhnliches also. Trotzdem halten sich manche Vorurteile über die Ansteckungswege hartnäckig, gerade bei jungen Frauen. Ganz weit vorn ist die Angst, sich auf Toiletten anzustecken, gefolgt von der Sorge um sexuelle Kontakte. Stimmt beides nicht!

Ursache für die Infektionen sind Hefepilze, die jede Frau und jeder Mann bereits in sich trägt. Man kann sich damit also gar nicht anstecken! In einer gesunden Vagina fühlen sie sich bei 37 Grad Körpertemperatur pudelwohl und verhalten sich dabei ganz unauffällig. Erst wenn die gesunde Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät, kommt es zu Entzündungen.

Wenn Sie ein paar Tipps beachten, haben Scheidenpilze kaum Möglichkeiten, Ärger zu machen:

  • Den Genitalbereich nur mit Wasser, pH-neutralen Seifen oder Intimwaschlotionen mit Milchsäure waschen.
  • Nach dem Toilettengang niemals von hinten nach vorn abwischen, da sonst Bakterien vom Darm in die Scheide gelangen können.
  • Luftdurchlässige Slipeinlagen verwenden, damit sich keine Wärme oder Feuchtigkeit staut.
  • In den letzten Tagen der Regel besonders kleine Tampons verwenden.
  • Unterwäsche aus Naturfasern tragen und täglich wechseln.
  • Nasse Badesachen nicht am Körper behalten.
  • Auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Zucker achten, da sich Scheidenpilze von Zucker ernähren.
  • Beim Sex Gleitmittel verwenden, wenn die Vagina zu trocken ist, damit die empfindliche Schleimhaut nicht verletzt wird.
  • Beim Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr ein neues Kondom benutzen bzw. beim Analverkehr Kondome benutzen, damit keine Bakterien vom Darm in die Scheide gelangen können.
  • Stress vermeiden. Denn der schwächt unser Immunsystem und macht uns anfälliger für Infektionen.

Während einer Infektion ist es übrigens möglich, Sex zu haben. Dann sollten Sie aber auf jeden Fall latexfreie Kondome verwenden. Die Anti-Pilz-Medikamente, die es freiverkäuflich in Apotheken gibt, greifen Latex-Kondome an und machen das Material porös. Die meisten Frauen allerdings verspüren während dieser Zeit verständlicherweise eher wenig Lust auf Sex.

Foto: Shutterstock

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