Was ist ein Sub? Was soll ein Switch sein und wieso sprechen alle von Vanilla? Wir erklären die wichtigsten Schlagwörter der Szene.

Bildschirmfoto 2017-01-26 um 16.19.58

A

Absprachen: notwendige Besprechung vor einer Session, bei der Vorlieben, Praktiken, Tabus und Safeword geklärt werden.

Absturz: eine Session, die missglückt ist, auch Fehlspiel genannt. Meist sind emotionale Ausbrüche und Überforderung der Grund für vorzeitige Abbrüche.

Ampelcode: Code-/Signalsystem zur Verlangsamung der Praktiken, Feinsteuerung und Auslotung der Schmerzgrenze bei gewissen Praktiken. Grün = alles in Ordnung, gelb = etwas weniger, aber nicht aufhören, rot = Stopp, sofort aufhören!

B

Bastonade/Bastinade: ursprünglich eine mittelalterliche Foltermethode, hier Schläge auf die nackten Füße mit der Hilfe von Schlaginstrumenten, wie bspw. Stöcke.

BDSM: Das sperrige Akronym vereint die drei Hauptbereiche des Sadomasochismus:

  • Bondage/Discipline steht für Fesselungs- und Erziehungsspiele
  • Dominance/Submission, also  Dominanz und Unterwerfung steht für die psychische Ebene im Sadomasochismus. Hierzu gehören Spiele, die darauf angelegt sind, ein ungleiches Machtverhältnis herzustellen. Das kann für die Dauer eines Spiels sein, kann aber auch in den kompletten Alltag integriert werden.
  • Sadismus und Masochismus ist wohl der Teilbereich, der in der Öffentlichkeit am stärksten wahrgenommen wird: das lustvolle Bereiten von Schmerzen und das ebenso lustvolle Empfinden von Schmerzen. Der in den Medien für die BDSM-Szene üblicherweise verwendete Begriff „Sadomaso“ hat in der Szene übrigens einen anrüchigen und abwertenden Klang, vergleichbar mit dem Begriff „Schwuchtel“ für Homosexuelle. Politisch korrekt sind BDSM und Sadomasochismus, auch gegen SM haben die wenigsten Sadomasochisten (oder SMler) etwas einzuwenden.

Bondage: engl. für Unfreiheit, Fesslungsmanie. Wer auf Bondage steht, meint damit nicht das wahnsinnig verruchte Paar Handschellen am Bettpfosten, sondern die kunstvolle Verschnürung des Partners mit Seilen, Bondage Tape oder Lederfesseln. Einschneidende Materialien wie Draht, Wäscheleine, Gummibänder sind nicht geeignet, da sie die Haut unter Zug verletzen und die Blutzufuhr unterbrechen können. Eine Schere sollte bereitliegen, um die Fesselung im Notfall schnell lösen zu können. Besonders interessant: Bondage hat nicht nur einen rein praktischen Hintergrund – nämlich die Fixierung des Subs – sondern dient vor allem der Ästhethik.

Bottom: engl. für unten, gemeint ist der devote Partner, der Sub beim BDSM-Spiel.

Bunny: die gefesselte Person bei Bondage Praktiken

C

CBT (Cock & Ball Torture): engl. für Penis-/Hodenfolter, gemeint ist die lustvoll-schmerzhafte Stimulation von Hoden und Penis. Bei CBT handelt es sich um eine einvernehmliche Praktik und nicht um Folter im ethischen Sinne, klassischerweise zwischen einer sadistisch veranlagten Person (männlich oder weiblich) und einer männlichen masochistisch veranlagten Person.

CFNM (Clothed Female Naked Man): bedeutet wörtlich, dass die Frau voll angezogen und der Mann im Unterschied dazu komplett nackt ist. Dabei spielt CFNM bewusst mit den gesellschaftlich definierten Schamgrenzen. Der devote Mann wird durch das Fehlen seiner Kleidung in der CFNM Konstellation also nicht nur gedemütigt und beschämt, sondern auch seiner äußeren Hülle beraubt, so dass er schwächer und schutzloser wirkt. CFNM bietet in der Regel nur den groben äußeren Rahmen für tiefergehende BDSM-Spiele, die auf einem Machtgefälle zu Gunsten der anwesenden Frau(en) basieren.

Consensual: engl. für einvernehmlich

Cuckold: engl. für Kuckuck, ein Mann, der in einer festen Partnerschaft durch den intimen Kontakt seiner Partnerin mit anderen Männern Erregung und Demütigung erlangt. Ihm wird nur wenig oder gar kein sexueller Kontakte zu seiner (in der Regel) weiblich dominanten Partnerin zugestanden, während die Partnerin sich von einem oder mehreren anderen Männern sexuell befriedigen lässt. Dabei gibt es unzählig viele Varianten, bei der der Cuckold anwesend oder auch nicht anwesend sein kann.

Die Kombination aus sexueller Verweigerung, Schmähung der eigenen sexuellen Fähigkeiten oder der körperlichen Ausstattung und gleichzeitiger Abwertung gegenüber anderen Geschlechtsgenossen wird von den meisten Cuckolds als gleichzeitig demütigend und erregend empfunden. Der Cuckold ist in der Beziehung der rein passive Part, sämtliche sexuelle Avancen gehen von seiner (dominanten) Partnerin aus und dienen allein ihrer Befriedigung.

Covern: Übereinkunft mit einem/einer Dritten, die Verabredung zum Spielen telefonisch zu überwachen.

CuttingIm Zusammenhang mit BDSM versteht man unter Cutting eine Bodymodifikation, bei der mit einem scharfen Gegenstand Muster in die Haut geschnitten werden. Dabei nutzt der Top das Cutting, um den Bottom eindeutig als sein Eigentum zu markieren.

D

Darkroom: Abgetrennter Spielbereich mit einem großen, öffentlichen Spielraum und mehreren kleinen Räumen, die man per Vorhang verschließen kann.

Deepthroatenglisch für „tiefer Hals“, bezeichnet eine Variante des Oralverkehrs, bei der Penis tief in den Rachen aufgenommen wird. Für viele Deepthroat-Fans gilt es dabei als Ziel, das männliche Glied möglichst komplett in den Hals einzuführen. Gerade innerhalb einer BDSM-Konstellation ist diese Deepthroat-Spielart beliebt, da das Machtgefälle zwischen den Akteuren deutlich größer ist als bei einem herkömmlichen Blowjob und der devote Part bei dieser Art des Oralverkehrs zu einer starken Passivität gezwungen werden kann.

Dom: dominanter Partner, der die Erregung in der Kontrolle und Macht über den Sub findet

Deprivation: gngl. für Sinnesentzug. Durch Augenbinde, Ohrenstöpsel usw. werden die Sinne des Bottoms eingeschränkt.

E

Englische Erziehungsadomasochistische Spielart, die ihre Wurzeln im England des 19. Jahrhunderts hat, heute der Oberbegriff für traditionelle Rollenspiele, bei dem die Flagellation (eine härtere Form des Spanking) im Mittelpunkt steht. Ebenfalls typisch für die Englische Erziehung sind das strikte Auftreten der züchtigenden Person und der rigorose Drill, mit dem bestimmte Verhaltensweisen antrainiert und bei Versagen bestraft werden.

F

Facesitting: Sexualpraktik, bei der sich der Top auf das Gesicht des Bottom setzt. In der Regel handelt es sich dabei um eine Femdom, die sich auf das Gesicht ihres Bottoms setzt. Der Top platziert sich dabei so auf dem Gesicht des Bottoms, dass entweder die Genitalien oder der Anus auf dem Mund zu liegen kommen. Der Bottom hat nun die Aufgabe den Top sauber zu lecken, auszuharren oder den Top sexuell oral zu befriedigen.

Femdom (female domination): die Bezeichnung für den weiblich-dominanten Part innerhalb eines BDSM-Kontexts. Die Femdom nimmt die aktiv-dominante Rolle ein. Sie unterwirft ihren Partner oder ihre Partnerin und macht ihn oder sie zum Sklaven oder zur Sklavin oder einfach zu ihrem jeder Zeit verfügbaren Lustobjekt.

Fetisch: sexuelle Fixierung auf ein Objekt oder Körperteil, z.B. Fußfetisch

Flagellation: engl. für Auspeitschung, gemeint ist eine härtere Form des Spanking

Flogger: Riemenpeitsche aus Leder, Latex oder Kunststoff

G

Golden Shower: engl. für “goldene Dusche”, das Urinieren

H

Hoden abbindenHoden abbinden ist eine beliebte Praktik im BDSM, bei der in der Regel eine Femdom den Hodensack des Bottoms mit einem Seil, einer Schnur, Nylons oder Schnürsenkeln abbindet.

K

KaviarEuphemismus, der sich in der BDSM- und Gay-Szene für sexuelle Spiele mit Kot eingebürgert hat.

KeuschhaltungSexualpraktik des BDSM bezeichnet, bei der der Partnerin oder dem Partner über einen längeren Zeitraum der Orgasmus verweigert wird.

Kink: Der Begriff kommt aus dem Englischen und wird für die jeweilige sexuelle Vorliebe benutzt.

Knebel: Gegenstand zum Einführen in den Mund des Bottoms, um ihn/sie am Reden zu hindern

L

Lack, Latex, Leder: Materialien im BDSM, die besonders sexuell erregend wirken

M

Masochismus: die Lust an Schmerz und Qual

Mummification: engl. für Mumifizierung; Form des Bondage, bei der der ganze Körper oder einzelne Körperteile des Sub mit Material umwickelt werden, um eine Bewegungsunfähigkeit ähnlich wie bei einer Mumie zu erreichen. Bei jeder Mummification ist es das Ziel, einen Zustand völliger Immobilisierung herbeizuführen.

N

Natursekt: Urin

O

Orgasmuskontrolledas Verbot beziehungsweise das absichtliche Hinauszögern des Orgasmus beim Partner. Eine Spielart der Orgasmuskontrolle ist Teasing und Denial (Erregen und Verweigern).

O-Ring: Erkennungszeichen in der BDSM-Szene

P

Paddle: flaches Schlagwerkzeug aus Leder oder Holz

PetplayRollenspiel, bei dem der Sub in die Rolle eines Tieres schlüpft, sich entsprechend verhält und so behandelt wird. Petplay findet immer zwischen zwei Menschen statt, echte Tiere werden nicht mit einbezogen. In der Regel werden beim Petplay Rollen von domestizierten Tieren eingenommen, z.B. Ponyplay, Dogplay, Pigplay.

Podophilie: Fußfetischismus

Q

Queening: siehe Facesitting

R

RACK (risk-aware consensual kink): BDSM-Grundregel – risiko-bewusstes, einvernehmliches Ausleben gemeinsamer Neigungen

Rigger: der aktiv fesselnde Part beim Bondage

S

SadismusBefriedigung und Lustempfinden durch Quälen und Demütigen anderer

SAM : Aufmüpfigen und frechen Subs hat die BDSM Szene einen eigenen Namen verpasst: Smart Ass Masochist, kurz SAM.

Safeword: Ein Sicherheitswort oder Code, der vereinbart wird. Damit kann vornehmlich der devote Partner zu verstehen geben, dass er aufhören will, weil er sich unwohl fühlt. In diesem Zusammenhang fällt auch der Begriff „SSC“: Safe, Sane & Consensual. Übersetzt bedeutet dies etwa „Sicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem Einverständnis“ und soll BDSM-Praktizierende vor Missbrauch und körperlichen oder psychischer Schäden schützen. Bei Verwendung eines Knebels kommt in der Regel ein vereinbartes Zeichen, beispielsweise ein Klopfzeichen, zum Tragen.

Slowword: Im Vergleich zu einem Safeword stoppt das Slowword die Session nicht, sondern verringert lediglich die Intensität.

Session / Szene: Bei einer Session handelt es sich um ein reales SM-Spiel innerhalb einer festgelegten Zeitspanne, um eine bestimmte, vorher genau geplante und besprochene Szene, die gespielt wird. Alternativ spricht man auch von „Play“. Sex kann innerhalb einer Session vorkommen, muss aber nicht. BDSM ist vielschichtig, aber nie alles auf einmal. Dominanz muss nicht automatisch Lustschmerz oder Sadismus sein, sondern obliegt jedermanns eigener Interpretation.

SklavenvertragEin Sklavenvertrag wird zwischen Top und Bottom geschlossen, um der Beziehung einen gewissen Rahmen zu verleihen. Sowohl der Top, als auch der Bottom haben Rechte und Pflichten, die in einem Skalvenvertrag nieder geschrieben werden.

Spanischer Reiter: Folterinstrument; keilförmiger Holzblock, auf dem der Bottom mit gespreizten Beinen gesetzt wird. 

Spanking: Bei dieser Praktik bestraft oder „beglückt“ der Dom den Sub mit der Hand, jedoch gibt es auch weitere Hilfsmittel zum Schlagen wie beispielsweise Gerten, Peitschen und Flogger.

Sub (Submissive): Bottom, devoter Partner, der freiwillig einen bestimmten Teil seiner Selbstbestimmung während einer Session aufgibt

Suspension BondageBondagemethode, bei der der Bottom freischwebend waagerecht, senkrecht, mit dem Kopf nach unten oder oben an einem Fesselgeschirr aufgehängt wird.

Switch: Als Switch bezeichnet man SMler, die sich nicht nur auf eine Rolle festlegen, sondern mal Dom und mal Sub sind. Ohnehin wird oft von einem “guten Top” erwartet, dass er mindestens einmal in die Sub-Rolle geschlüpft ist, um selbst besser “toppen” zu lernen.

T

Temperaturspielwährend einer Session werden Toys und Accessoires für zusätzliche Reize genutzt, die stark von der Körpertemperatur des Bottoms abweichen z.B. Eiswürfel oder Wachs.

Top & Bottom / Dom und Sub: Hierbei handelt es sich um die Bezeichnungen für den aktiven (Top, auch Dom, Domme oder Dommse) und den passiven (Bottom oder Sub) Partner.

In diesem Zusammenhang benutzt man auch den Begriff 24/7-Beziehung oder Total Power Exchange (TPE). Heißt: Eine Beziehung, in der das Verhältnis dominanter/devoter Partner in allen Lebensbereichen besteht. Das Gegenstück dazu wäre eine Spielbeziehung, bei der sich zwei Partner ausschließlich zum Ausleben ihrer sexuellen Neigungen treffen.

TramplingSpielart, bei der sich die aktiv-dominante Person auf den Körper der passiv-devoten Person stellt und ggfs. auch darauf umhergeht.

TunnelspielSpiele, die einmal begonnen, nicht mehr abgebrochen werden können, dauern so lange bis zum Beispiel eine verwendete Substanz ihre Wirkung verliert; z.B. Verabreichen von Potenzmitteln, Einreiben mit brennenden (Thermo-)Cremes, Ingwer oder ätherischen Ölen, Verwendung von Nesseln.

V

Vanille/Vanillas: Glaubt man den Befragungen, ist die mit Abstand beliebteste Eissorte das gute alte Vanilleeis. Grund genug für SMler, alle Nichtsadomasochisten lustig-wertfrei als Vanilles oder Vanillas zu bezeichnen. Vanillasex ist schlichtweg gewöhnlicher Sex.

X

Xenophilie: Sex mit einer vollkommen fremden Person

X-StellungPosition beim Bondage, in der der Bottom auf dem Rücken oder Bauch liegend mit weit gespreizten Armen und Beinen an den Bettpfosten oder anderen vier separaten Punkten gefesselt wird, z. B. an einem Andreaskreuz.

Y

Y-Stellung: der Sub wird mit zusammengebundenen Armen und weit gespreizten Beinen über Kopf aufgehängt. In der Y-Stellung ist der Bottom bewegungsunfähig und kann seine völlig entblößten Genitalien nicht bedecken oder anderweitig schützen.

Z

Zentaijapanisch für Ganzkörperstrumpfhose. Es ist ein eng anliegender Anzug, meistens aus dehnbaren Materialien wie Nylon oder Latex. Zentais die den Kopf nicht mit bedecken, nennt man Catsuits.

ZüchtigungBestrafung durch Zufügung von körperlichen Schmerzen.

Your comment

Vor der Veröffentlichung wird Ihr Kommentar geprüft. Wir behalten uns vor, beleidigende Kommentare oder Werbung nicht zu veröffentlichen. Lesen Sie vorab bitte unser Datenschutzerklärung.