shutterstock_97637891Es gibt Männer, die werden nie welche. Die bleiben immer blöde Bengel, eingebildet, verklemmt und mit winzigen Rosineneiern, hochglanzrasiert, zwangsdeodoriert, keimfreigespült. Und solche Männchen sagen jungen Mädchen, die sich zitternd und hitzig (und vielleicht zum ersten Mal so richtig verliebt) an ihnen reiben, dass sie das “da unten” auf keinen Fall anfassen. Und küssen schon gar nicht.

 

Weil das eklig ist. Als würden sie einem Kind, das sie anlächelt, ins Gesicht schlagen. Oder einer Blume, die sich das erste Mal der Sonne öffnet, eine Ladung Desinfektionsmittel in den Kelch spritzen: ganz heile wird die nie mehr. Ich hatte Frauen im Arm, die sind drüber hinweggekommen, mit Narben, aber immerhin. Andere hat es schwerer getroffen und tiefer verletzt: verätzte Seelen, verstümmelte Herzen, verkrüppelte Leben. Und dafür hasse ich diese Mackerchen. Möge ihre Enthaarungscreme sich in Batteriesäure verwandeln.

Eine Frau zu lecken ist eine Offenbarung

Denn Frauen sind rein. Frauen sind schön. Frauen sind Engel. Wenn sie ihre Schenkel spreizen, öffnen sie wahren Männern die Pforten zum Paradies. Und folgen wir ihrem Ruf, wird alles, was wir tun, zum Gottesdienst: Wir treten zum Altar. Wir knien nieder. Neigen unser Haupt. Falten unsere Hände über ihrer bebenden Knospe. Und berühren mit unseren Lippen ehrfurchtsvoll das letzte Siegel. Das sagenumwobene Füllhorn. Die Büchse der Pandora. Das Schatzkästchen der Schöpfung.

 

Ein dampfender, schwerer Duft steigt uns entgegen, wie vom Anbeginn aller Zeit, als die Welt jung war und frisch. Hüllt uns ein. Umarmt uns. Glucksende Mangrovenbänke in Moschussoße. Rauch von Holzfeuern. Die Würze des warmen Waldbodens, feucht nach einem Sommerschauer, von der Sonne durchstrahlt. Wir betten unser Haupt darauf, so weich ist das, so warm. Und lassen uns sinken. Treiben davon. Die große Göttin nimmt uns auf, wir stürzen in ihren Schoß, in das Fleisch, das Leben ist, kopfüber, Nase voran. Tauchen ein in die salzigen Fluten des Urmeeres, dem wir einst entstiegen.

 

Der Pulsschlag der Evolution dröhnt uns in den Ohren, der Strom des Lebens steigt uns zu Kopf, umgurgelt uns, schwillt an, tost und rauscht, hebt unseren Kiel, wir drehen unseren Bug in die Strömung, Kurs Mittelpunkt der Erde, stromaufwärts, immer der Zunge nach, trägt es uns davon, stoßend und stampfend: zur Quelle, zur Quelle! Die Wogen verschlingen uns, wir gehen unter, versinken im Jungbrunnen, der Saft der Seligmachung ist elektrisch, alle Fasern stehen stramm, wir sind zu Hause, wir lassen uns fallen, der Abgrund fliegt uns um die Ohren, eine Flutwelle, sie explodiert, breitet ihr Herz aus, wir empfangen den Segen, sind getauft im Namen der Mutter, der Tochter und der heiligen Vagina, baptized in love, sind wiedergeboren, neugeboren, kommen zurück auf die Welt, mit glänzendem Antlitz und leuchtendem Blick, denn wir haben den Himmel gesehen, haben Nirwana geatmet und das Sakrament tropft uns von der Nase.
Eine Frau zu lecken ist eine Offenbarung. Und der Schwanzträger, der ein solches Geschenk nicht zu schätzen weiß, den jagt besser vom Hof, Schwestern, denn er ist Eurer nicht würdig.

Beate Uhse

Foto: FashionStock.com / Shutterstock

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Kommentare

  1. Vollkommen richtig

    | Gerhard Annau | Reply