photocase6i8a8c6655264561Besser als Ralf König, der schwule Comiczeichner, kann ich es gar nicht sagen: Männer haben ein großes Herz – mit einem Paar haariger Eier dran. Denn das sagt einem so ziemlich alles darüber, wie das mit uns Männern und Euch Frauen so ist: Sex ohne Liebe kommt wohl vor (obwohl auch da meist noch sowas wie Zuneigung, Symphathie und ein gemeinsames Lächeln mitschwingt) – noch nie aber, NOCH NIE gab es zwischen einem Mann und einer Frau Liebe ohne Sex. Und das wird es auch nie. Denn darum kommen Mann und Frau ja überhaupt erst zusammen. Und was heißt hier nur Sex? Sex ist die Basis. Der Anfang von allem. Das Fundament, auf dem wir aufbauen können – und bis in den Himmel hinein.

Ohne Sex ist es Freundesliebe oder Seelenliebe oder Dingsliebe – aber eben nicht Paarliebe, nicht Wesensliebe, nicht Bumsliebe. Wir können dem nicht entgehen. Wir können Euch nicht entgehen. Freunde, Hobbys, Abenteuer und Reisen, Welteroberungspläne und die Erforschung aller Geheimnisse des Universums ändern daran nicht das Geringste: Männer brauchen Frauen. Selbst wenn wir in die Wüste flüchteten und uns mit Dornen peitschten, würdet Ihr uns dort noch locken und reizen. Der mächtige Strom des Geschlechts trägt uns unausweichlich zu Euch hin, treibt uns in jeder Sekunde auf Euch zu, ein unwiderstehlicher Sog, der uns zu Euren Klippen führt, an Eure Ufer verschlägt und in Eure Haine stolpern lässt, wo Ihr auf uns wartet: seltsame, geheimnisvolle Wesen einer uns fremden Welt, zutiefst anders als wir, Feen, Nymphen, Sirenen oder Göttinnen, die wir niemals verstehen werden. Ihr seid das Andere, das Unbekannte, ein dunkler, endloser Abgrund, der nach uns ruft, in dem es schimmert wie von Juwelen, der uns in seinen Bann schlägt und uns zugleich mit Furcht erfüllt.

Wir ahnen vage, dass hier, bei Euch, das wahre Leben auf uns wartet, dass Eure Hügel und Täler unsere Welt sind, dass Euer Geschlecht unser Tempel ist, Eure Lust unser Glück und Euer Leben unser Schicksal. Aber nie würden wir es wagen, dieses Reich zu betreten – ohne ein Lächeln von Euch, ohne Eure Einladung und Aufforderung. Und winkt Ihr uns zu und reicht uns Eure Hand, reichen wir Euch unseren Schwanz zum Tanz – und mit ihm unser Herz und unser ganzes Sein. Habt ihr das eine in der Hand, habt ihr auch das andere in der Hand, habt ihr uns in der Hand.

Und wie Spiderman schon sagte: Große Macht bedeutet große Verantwortung. Wir legen unser Herz in Eure Hände – und damit habt Ihr den Finger am Abzug. Der aber geht schneller los, als Ihr vielleicht denkt. Was Euch angeht, sind wir nämlich hochsensibel. Geht es um Frauen, sind wir ruckzuck auf der Palme und ganz schnell am Ende. Und fühlen wir uns von Euch auch nur ein bisschen unverstanden, ein wenig zurückgewiesen, nicht ganz so geschätzt und etwas weniger begehrt, erleiden wir dramatische Aussetzer, kommen völlig aus dem Tritt, stehen komplett neben uns, verlieren unser Zentrum, starren orientierungslos ins Nichts, unser Kompass kreiselt, wir fliegen blind, kaufen uns Hemden, die wir nicht anziehen, wählen Telefonnummern, die wir nicht kennen, wissen nicht mehr, was wir tun, stürzen uns in Kriege, begraben uns unter Arbeit, flüchten uns in den Suff, beklagen unser Dasein, singen schwermütige Lieder und zerreißen unsere Kleider.

Also tut uns das bitte nicht an. Seid zart zu uns. Geht sanft mit uns um. Summt uns was ins Ohr und krault uns an den Stellen, die wir selbst nicht erreichen. Ihr seid vielleicht nicht alles, wonach wir suchen, aber ohne Euch ist alles andere nur halb so schön. Wir können auch ohne Euch. Aber nicht so, wie wir wollen.

Foto: froodmat / photocase.de

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