Von Sara Taels – Master in Sexologie – für die Beate Uhse Gruppe

Häufig wird der Jugend unterstellt, sie sei verdorben. Aber ist da auch wirklich was dran? Statistiken belegen, dass junge Menschen in westlichen Ländern ihre ersten sexuellen Erfahrungen immer später sammeln und sogar weniger sexuell aktiv sind als ihre Eltern.

 

Ist die Jugend also braver geworden? Oder hat es mit der neuen Enthaltsamkeit was ganz anderes auf sich? Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, WhatsApp, YouTube, Pinterest – Soziale Medien nehmen immer größeren Einfluss auf unseren Alltag – manchmal sogar mehr als wir denken. Sie beeinflussen auch unser Sexleben.

 

Der lange Blick auf den Bildschirm

Kaum vorstellbar – Jugendliche verbringen im Durchschnitt täglich über vier Stunden mit ihrem Smartphone. Dabei geht natürlich auch eine Menge Zeit drauf, die andere Generationen für Zärtlichkeiten und Berührungen genutzt haben. Das heißt aber nicht, dass Jugendliche deshalb automatisch weniger Interesse an ihrer Sexualität hätten, geschweige denn, weniger damit experimentieren. Im Gegenteil – tatsächlich ist das Smartphone das perfekte Medium dafür. Cybersex in Form von Sexting – dem Versenden von versauten Nachrichten, Fotos und Videos ist total angesagt.

 

 

Sex mit dem Smartphone

Sexting ist ein brandheißes Thema in der sexuellen Entwicklung von Jugendlichen. Mit den Sozialen Medien verschiebt sich das Erfahren von und experimentieren mit Sexualität ins Internet. Sexting kann sehr aufregend und schön sein. Es birgt aber auch Risiken, die es so vorher nicht gegeben hat – zum Beispiel, wenn sexuell explizite Bilder weitergeleitet werden. Das ist zwar verboten, trotzdem sollte man keine Fotos verschicken, auf denen man vollständig erkennbar ist. Prinzipiell spricht gar nichts gegen Sexting – man sollte aber unbedingt darauf achten, was man da an wen verschickt. Sonst steht das intime Nacktfoto am Ende irgendwo im Netz.

 

Sexual Media

Social Media ist grundsätzlich nichts Negatives. Neben Social Media hat sich mittlerweile auch Sexual Media etabliert. Sexuelle Medien werden als Vorlage zur Masturbation oder auch gemeinsam mit dem Partner genutzt. Letzteres ist ein großer Vorteil für Fernbeziehungen oder Beziehungen bei denen einer oder beide Partner geschäftlich häufig unterwegs sind. So können sich Paare auch auf Distanz noch ihre Nähe bewahren.

Verbann Dein Handy aus Deinem Schlafzimmer

Lass Dir die Qualität Deiner Beziehung oder Deines Liebeslebens nicht von Deinem Smartphone diktieren. Schaff Dir Freiräume und definiere ganz klar, wann, wo und zu welchem Zweck Du Dein Smartphone nutzen möchtest. Dein Schlafzimmer sollte allerdings in jedem Fall handyfreie Zone bleiben. Hier ist Raum für Dich und Deinen Lover, da hat ein Smartphone nichts zu suchen. Die schönsten Momente erlebt Ihr schließlich nicht auf Facebook sondern ganz direkt miteinander. Praktischer Tipp für Singles: Legt Euer Smartphone ruhig mal zur Seite und schaut Euch um. Wer weiß, vielleicht läuft in diesem Moment ja gerade der nächste süße Lover an Euch vorbei.

Süchtig nach Sozialen Medien? Es ist nie zu spät für einen Schlussstrich! Es mag schön sein, jedem immer und überall folgen zu können – am schönsten aber ist der Kontakt, den man mit sich selbst aufbaut.

In Liebe, Sara
Giff_sara

 

 

 

 

Resources:
https://www.newcom.nl/socialmedia2017?page=socialmedia2017
http://www.marketingfacts.nl/berichten/nationale-social-media-onderzoek-2017
https://www.commonsensemedia.org/sites/default/files/uploads/pdfs/census_factsheet_teensandsmartphones.pd

Beate Uhse

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