shutterstock_231997453Ein wahren Quantensprung in der Forschung haben Doktoranden der Missouri School of Journalism gemacht. Die haben nämlich im Rahmen einer Studie zu facebook festgestellt, dass eine zu intensive Nutzung der Beziehung ernsthaften Schaden zufügen kann. Laut der Newsseite der Universität sagt einer der Doktoranden, Russell Clayton: „Obwohl facebook eine großartige Art ist, um jemanden kennenzulernen, kann exzessive facebook-Nutzung eine neuere, romantische Beziehung beschädigen.“ Um das herauszufinden, wurden facebook-Nutzer im Alter zwischen 18 und 82 Jahren befragt – wieviele, darüber schweigt der Newsdienst der Universität. Neuere Beziehungen seien dabei auf jeden Fall gefährdeter, als länger dauernde. Hintergrund: die facebook-Kontakte würden als Konkurrenz empfunden, was bei stabilen Beziehungen geringere Auswirkungen habe.
“Nanu?“, möchte man da doch ausrufen! Wie kann denn sowas bloß sein? Gut, dass es die Forschung gibt, sonst wäre man da sicherlich nie drauf gekommen. Denn wer kann schon ahnen, dass die exzessive Nutzung von irgendwas Auswirkungen auf etwas anderes haben könnte? Wohlgemerkt: könnte! So heißt es nämlich auch in der Zusammenfassung der Studie. Sollte man jetzt nicht mal erforschen, ob exzessive Clubbesuche ohne den Partner nicht auch gefährlich sein könnten für eine Beziehung? Oder exzessiver Alkoholgenuß für die Fahrtauglichkeit? Gut, dass dieses Forschungsergebnis aus den USA kommt. So wurden dafür wenigstens keine deutschen Steuergelder ausgegeben. Gleich mal auf facebook posten. Aber nur, wenn der Partner nicht guckt.

Liebe in Zeiten von social media

Wir haben uns mal auf der Straße umgehört, was Frauen und Männer zu diesem Thema meinen:

„Unser Liebesleben hat sich nicht verändert durch facebook“, sagt Uli (39), und seine Freundin Maren (37) nickt zustimmend. Seit 11 Jahren sei man zusammen, was solle da durch die sozialen Medien durcheinander geraten? fragen die beiden. „Wir haben beide einige facebook-Freunde, die wir alle auch im richtigen Leben kennen. Nicht mehr und nicht weniger.“, meint Maren und Uli ergänzt: „In unserem Alter läßt man sich nicht mehr vom Rechner hypnotisieren“. Etwas anders bewertet Tobias, 17, die Sache: „Klar, wenn mein Mädchen ständig auf facebook mit anderen chatten würde, dann wäre das schon seltsam für mich. Schließlich ist sie ja mit mir zusammen.“ Auch Lena, 19, sieht die Sache kritischer: „Ganz ehrlich, mein Freund sollte sich schon mehr für mich interessieren, als für seine facebook-Freunde. Und schließlich kann ich auch nicht wissen, ob er da nicht mit anderen Frauen chattet. Mal auf facebook surfen, das ist ok, aber bitte nicht die gesamte Zeit.“ Eva, 27, ist da schon gelassener. Sie wisse, was sie an ihrem Freund habe und umgekehrt. „Er kann bei facebook machen, was er will. Ich vertraue ihm da vollkommen, genauso, wie er mir vertraut. Für uns sind die sozialen Medien aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Aber sie bestimmen nicht unser Liebesleben. Das wäre ja noch schöner!“. Dass man facebook und andere sozialen Medien auch ganz anders nutzen kann, zeigt sich bei Evelyn und Michael, beide 48. „Wir haben über facebook schon andere Pärchen kennengelernt, mit denen wir uns regelmäßig treffen.“ sagt Michael und Evely ergänzt zwinkernd: „Zum Sex, natürlich“. Man finde sich, wenn man dieselben Interessen habe, sagen die beiden. Dafür müsse man nicht den ganzen Tag online sein. Und da beide immer zusammen unterwegs sind, um Abenteuer zu erleben, sind für sie die sozialen Medien sogar ein nützliches Vehikel, um der eigenen Lust zu frönen.

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